Ein Yamaha Silent Piano löst ein altes Problem: ein echtes Klavier in der Wohnung spielen, ohne die Nachbarn oder die schlafenden Kinder zu stören. Es ist kein Digitalpiano und kein Kompromiss, sondern ein vollwertiges akustisches Klavier mit Saiten und Hammermechanik, das sich per Pedal in ein Kopfhörer-Instrument verwandelt.
Dieser Ratgeber erklärt, was beim Umschalten im Inneren des Klaviers passiert, worin sich die beiden Yamaha-Systeme SH3 und SC3 unterscheiden, auf welchen Modellen sie verbaut sind und für wen sich die Technik in der Schweiz lohnt.
01Was passiert beim Umschalten im Klavier
Im Normalbetrieb ist ein Silent Piano ein ganz gewöhnliches akustisches Klavier: Die Tasten bewegen die Hammermechanik, die Hämmer schlagen die Saiten an, der Resonanzboden trägt den Klang in den Raum. Daran ändert die Silent-Technik nichts, solange sie ausgeschaltet ist.
Schalten Sie den Silent-Modus ein, meist über das mittlere Pedal oder einen kleinen Hebel, schiebt sich eine Stopp-Leiste vor die Saiten. Sie fängt die Hämmer kurz vor dem Saitenkontakt ab. Das Ergebnis: Die Mechanik läuft genau wie immer, aber die Saiten werden nicht mehr getroffen. Es entsteht kein akustischer Ton. Wichtig dabei ist, dass das Klavier voll spielbar bleibt, die Saiten und der Resonanzboden also unverändert vorhanden sind. Nichts wird ausgebaut, der Silent-Modus ist nur eine zuschaltbare Ebene.
02Wie der Klang trotzdem im Kopfhörer entsteht
Wenn die Saiten stumm bleiben, woher kommt dann der Ton im Kopfhörer? Hier kommen Sensoren ins Spiel. Optische Sensoren lesen berührungslos ab, wie schnell und wie tief jede Taste und beim hochwertigen System auch jeder Hammer bewegt wird. Berührungslos heißt, dass nichts mechanisch an Tasten oder Hämmern reibt, das Spielgefühl bleibt also unverändert.
Diese Bewegungsdaten gehen an einen digitalen Klangerzeuger im Klavier. Er spielt für jeden Anschlag den passenden, aufgenommenen Klang eines Konzertflügels ab, fein abgestuft nach Anschlagstärke. Diesen Sound hören Sie über den angeschlossenen Kopfhörer. Sie spielen also auf einer echten Klaviermechanik mit echtem Tastengewicht und hören dazu einen hochwertigen digitalen Flügelklang, ohne dass im Raum etwas zu hören ist.
03SH3 oder SC3: der Unterschied der beiden Systeme
Yamaha verbaut aktuell zwei Silent-Systeme. SC3 ist das Einstiegssystem und sitzt vor allem auf den günstigeren Modellen wie der B-Serie. Es erfasst das Spiel über präzise Tastensensoren und liefert einen sehr guten digitalen Klang über Kopfhörer.
SH3 ist das höherwertige System der Mittel- und Oberklasse-Klaviere. Es ergänzt die Tastensensoren um zusätzliche optische Hammersensoren, die das Anschlagsverhalten noch genauer auslesen, also auch sehr langsame Anschläge oder schnelle Triller. Beim Klang setzt SH3 auf das binaurale Sampling des Yamaha-Konzertflügels CFX: über Kopfhörer entsteht ein räumlicher, natürlicher Klangeindruck, als sässen Sie selbst am Flügel. Wer häufig und anspruchsvoll im Silent-Modus übt, profitiert spürbar vom SH3-System.
| Merkmal | SC3 | SH3 |
|---|---|---|
| Einordnung | Einstiegssystem | Höherwertiges System |
| Typische Modelle | B-Serie | U-, SE-, SU-, YUS-Serie, Flügel |
| Sensoren | Tastensensoren | Tasten- plus optische Hammersensoren |
| Klangbasis | Digitaler Klavierklang | Binaurales CFX-Konzertflügel-Sampling |
04Auf welchen Yamaha-Klavieren das System steckt
Das Schöne am Silent-Konzept ist, dass es kein eigenes Instrument ist, sondern eine Ausstattung bekannter Klaviere. Wer ein günstiges Einsteiger-Klavier mit Silent sucht, findet es mit SC3 etwa im Yamaha B30 Klavier schwarz poliert mit SC3 Silent System. Eine Stufe höher, mit dem SH3-System, stehen Klaviere wie das Yamaha SE-122 Klavier schwarz poliert mit SH3 Silent System oder das größere Yamaha SU-7 Klavier - schwarz poliert mit SH3 Silent System.
Im gehobenen Segment tragen die YUS-Klaviere das SH3-System, etwa das Yamaha YUS-3 Klavier schwarz poliert mit SH3 Silent System und das größere Yamaha YUS-5 Klavier schwarz poliert mit SH3 Silent System. Eine Übersicht aller verfügbaren Modelle finden Sie in unserer Kategorie Klaviere - Neu.



05Für wen sich ein Silent Piano lohnt
Die Technik richtet sich an alle, die ein echtes Klavier wollen, aber nicht jederzeit laut spielen können. In der Mietwohnung mit hellhörigen Wänden, in der Familie mit kleinen Kindern oder für alle, die spät abends und nachts üben möchten, ist der Silent-Modus der entscheidende Vorteil. Tagsüber spielen Sie das Klavier ganz normal akustisch, abends schalten Sie auf Kopfhörer um.
Wer dagegen fast nur leise über Kopfhörer spielen will und auf den akustischen Klang verzichten kann, sollte auch ein reines Digital- oder Hybridpiano in Betracht ziehen. Den Unterschied zwischen Silent, TransAcoustic und echten Hybridpianos ohne Saiten beleuchten wir in unseren weiterführenden Ratgebern.
Zur Lieferung in der Schweiz: Akustische Klaviere mit Silent-System liefern wir per Transport bis an den Bestimmungsort, in die ganze Schweiz und in CHF abgerechnet.
Ein Yamaha Silent Piano ist kein halbes Klavier, sondern ein vollwertiges akustisches Instrument mit einer zweiten, leisen Ebene. Tagsüber echtes Klavier, nachts Kopfhörer-Instrument. Welches Modell zu Ihnen passt, hängt vor allem davon ab, wie oft und anspruchsvoll Sie im Silent-Modus spielen und wie viel Klang Sie sich akustisch wünschen.
Häufige Fragen
Klingt ein Yamaha Silent Piano wirklich wie ein echtes Klavier?
Ist im Silent-Modus wirklich nichts zu hören?
Worin unterscheiden sich SH3 und SC3?
Kann ich ein Silent Piano auch ganz normal akustisch spielen?
Wie wird ein Silent Piano in der Schweiz geliefert?
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