Wer ein akustisches Klavier auch nachts oder über Kopfhörer spielen will, stößt schnell auf zwei Begriffe: Yamaha TransAcoustic und Kawai AURES. Beide lösen dasselbe Problem auf demselben Weg, und der ist überraschend: Statt den digitalen Klang über eingebaute Boxen auszugeben, machen sie den Resonanzboden selbst zum Lautsprecher. Genau das leistet ein Transducer.
Dieser Ratgeber erklärt das Transducer-Prinzip marken-übergreifend, warum es natürlicher klingt als herkömmliche Lautsprecher und für wen ein solches Klavier sinnvoll ist.
01Was ein Transducer ist und wie er den Resonanzboden antreibt
Ein Transducer ist ein kompakter Schwingungswandler. Er wird von innen direkt an den hölzernen Resonanzboden des Klaviers gekoppelt und wandelt ein elektrisches Audiosignal in mechanische Schwingungen um, ganz ähnlich wie die Schwingspule in einem Lautsprecher. Nur wird hier keine Membran bewegt, sondern der große, leicht gewölbte Resonanzboden aus Fichtenholz.
Dieser Boden gerät dadurch in Schwingung und gibt den Klang an die Raumluft ab, exakt der Weg, den ein normal gespieltes Klavier über die Saiten ohnehin nimmt. Der digital erzeugte Ton durchläuft also denselben akustischen Körper wie der echte Klavierklang. Das ist der Kern des Prinzips: Der Lautsprecher ist kein separates Bauteil, sondern das Instrument selbst.
02Warum das natürlicher klingt als eingebaute Boxen
Herkömmliche Lautsprecher strahlen den Schall punktuell von einer kleinen Membran ab. Ein Resonanzboden dagegen ist eine große, flächige Klangquelle aus gewachsenem Holz mit eigenen Resonanzen und Obertönen. Der Klang verteilt sich räumlicher und weicher im Raum, statt aus einem Gehäuse zu kommen.
Weil das Holz dieselben Frequenzen mitschwingen lässt, die es auch beim akustischen Spiel betont, entsteht ein warmer, voller Ton, der nicht wie eine Aufnahme aus einer Box wirkt. Hinzu kommt das körperliche Empfinden: Der Boden und das Gehäuse vibrieren spürbar, man hört den Klang nicht nur, man fühlt ihn beim Spielen, so wie bei einem rein akustischen Instrument.


03TransAcoustic und AURES: gleiches Prinzip, zwei Marken
Yamaha nennt seine Technik TransAcoustic (aktuell TA3, beim Modell B30 als TC3). Kawai vermarktet das gleiche Grundprinzip unter AURES, derzeit in der zweiten Generation AURES 2. Beide verzichten bewusst auf externe Lautsprecher und regen stattdessen den Resonanzboden über Transducer an. Kawai setzt dafür mehrere Wandler auf den Boden, Yamaha hat einen speziell für Klavier-Resonanzböden entwickelten Transducer konstruiert, der leicht genug ist, um die Klang-Funktion des Bodens nicht zu beeinträchtigen.
Wichtig zur Einordnung: TransAcoustic und AURES sind echte akustische Klaviere mit Saiten. Sie lassen sich jederzeit ganz normal akustisch spielen. Erst wenn der digitale Modus zugeschaltet wird, kommt der Transducer ins Spiel und die Lautstärke wird regelbar. Das unterscheidet sie sowohl von reinen Hybrid-Pianos ohne Saiten als auch von der Silent-Funktion, die den Ton über Kopfhörer statt über den Resonanzboden ausgibt. Diese Abgrenzung vertiefen unsere Artikel zu Silent- und TransAcoustic-Klavieren sowie zum Thema Hybrid-Piano.
| Technik | Saiten? | Klang kommt aus | Marken-Beispiele |
|---|---|---|---|
| TransAcoustic / AURES | ja | Resonanzboden (Transducer) | Yamaha TA3/TC3, Kawai AURES 2 |
| Silent | ja | Kopfhörer | Yamaha SH3/SC3, Kawai ATX |
| Hybrid ohne Saiten | nein | Digitale Klangerzeugung | Yamaha AvantGrand, Kawai Novus |
04Für wen sich ein Klavier mit Resonanzboden-Lautsprecher lohnt
Das Prinzip richtet sich an alle, die ein vollwertiges akustisches Klavier wollen, aber Rücksicht auf Nachbarn, Familie oder die Tageszeit nehmen müssen. Tagsüber spielt man ganz normal akustisch, abends regelt man die Lautstärke herunter, ohne dass der Klang flach oder elektronisch wird, weil er weiterhin durch den Holzkörper entsteht.
Auch klanglich ist es ein Kompromiss, der keiner ist: Man verliert nicht den natürlichen Charakter des Instruments, gewinnt aber Lautstärke-Kontrolle, Kopfhörer-Option und zusätzliche Klangfarben aus der digitalen Sektion. Unsere aktuelle Auswahl reicht vom Einstiegs-Klavier bis zum Flügel, jeweils mit TransAcoustic oder AURES 2 ausgestattet. Als akustische Instrumente werden sie für die ganze Schweiz mit Transport bis an den Bestimmungsort geliefert.



Das Transducer-Prinzip beantwortet eine alte Frage des Klavierkaufs elegant: Wie spielt man ein akustisches Instrument, ohne immer die volle Lautstärke in Kauf zu nehmen. TransAcoustic und AURES lösen das nicht über bessere Boxen, sondern indem sie auf Boxen verzichten und den Resonanzboden zum Lautsprecher machen.
Häufige Fragen
Klingt ein Transducer-Klavier wie ein echtes akustisches Klavier?
Wo liegt der Unterschied zwischen TransAcoustic, AURES und Silent?
Hat ein Klavier mit TransAcoustic oder AURES eingebaute Lautsprecher?
Bleiben die Saiten erhalten und kann ich ganz normal akustisch spielen?
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