Wer eine Mandoline kaufen moechte, steht schnell vor drei Fragen: Wie viele Saiten hat das Instrument eigentlich, wie wird es gestimmt und was unterscheidet die tropfenfoermige A-Style von der geschnoerkelten F-Style. Dieser Leitfaden beantwortet sie der Reihe nach, damit Sie am Ende wissen, welche Bauform zu Ihrer Musik und Ihrem Budget passt.
Die Mandoline ist ein doppelchoeriges Zupfinstrument aus der Lautenfamilie. Ihr heller, perlender Klang traegt Folk, Bluegrass und klassische Mandolinenliteratur gleichermassen. Vor dem Kauf lohnt es sich, die Grundlagen zu verstehen, denn Saitenzahl, Stimmung und Bauform haengen eng zusammen.
01Acht Saiten in vier Doppelchoeren
Eine Mandoline hat in der Regel acht Saiten, angeordnet in vier Saitenpaaren. Diese paarweise Anordnung nennt man doppelchoerig: Je zwei Saiten liegen direkt nebeneinander und werden zusammen gegriffen und angeschlagen. Beide Saiten eines Paares klingen im selben Ton, also unisono gestimmt. Der Sinn dahinter ist die Klangverstaerkung. Der typische schwebende, leicht chorartige Mandolinenklang entsteht genau aus dieser doppelten Besaitung.
Fuer den Spieler bedeutet das: Sie greifen vier Toene, hoeren aber acht Saiten. Die unteren beiden Chorpaare bestehen aus umsponnenen Saiten, die oberen aus blanken Stahlsaiten. Beim Saitenwechsel kauft man entsprechend einen kompletten Achtersatz, der genau auf diese Anordnung abgestimmt ist.
02Stimmung GDAE: wie die Geige
Mandolinen werden in Quinten gestimmt, von tief nach hoch G, D, A, E. Das ist exakt die Stimmung der Geige. Wer also Geige spielt oder einmal gespielt hat, findet sich auf dem Griffbrett sofort zurecht, denn die Griffmuster sind identisch. Auch Umsteiger profitieren von der grossen Auswahl an Noten, die zwischen beiden Instrumenten austauschbar ist.
Gestimmt wird jedes Chorpaar auf denselben Ton. Ein Stimmgeraet ist hier eine echte Hilfe, weil acht Saiten praezise auf vier Toene gebracht werden wollen. Frisch bezogene Mandolinen brauchen einige Tage, bis sich die Saiten gesetzt haben und die Stimmung stabil bleibt. In dieser Einspielphase stimmt man oefter nach, das ist voellig normal.
03A-Style oder F-Style: die Bauform entscheidet
Die beiden gaengigsten Bauformen gehen auf Orville Gibson um 1898 zurueck. Die A-Style hat einen schlichten, tropfenfoermigen Korpus ohne Verzierung. Sie ist meist guenstiger, leichter und ein idealer Einstieg in Folk und klassisches Spiel. Die F-Style erkennt man an der charakteristischen Schnecke am oberen Korpus und den geschwungenen Schalllochfoermen. Sie ist aufwaendiger gebaut, optisch markant und das Bild der Bluegrass-Mandoline schlechthin.
Klanglich liegen beide naeher beieinander, als die Optik vermuten laesst. Wichtiger als A oder F ist die Decke: Eine massive Fichtendecke schwingt freier und entwickelt mit den Jahren mehr Klang als eine laminierte Decke. Fuer Einsteiger ist eine solide A-Style mit guter Verarbeitung oft die vernuenftigere Wahl, die F-Style lohnt sich, wenn Bluegrass das Ziel ist oder die markante Optik wichtig ist. Neben diesen beiden Woelbdecken-Formen gibt es die flachbodige, portugiesisch gepraegte Bauart, die eher in der Volksmusik zuhause ist.


| Merkmal | A-Style | F-Style |
|---|---|---|
| Korpusform | schlicht, tropfenfoermig | Schnecke oben, geschwungen |
| Typisches Genre | Folk, Klassik | Bluegrass, Folk |
| Preislage | guenstiger Einstieg | hoeher, aufwaendiger |
| Ideal fuer | Einsteiger und Klassik | Bluegrass und Optik |
04Massive Decke oder Laminat
Das wichtigste Klangkriterium beim Mandolinenkauf ist die Decke. Eine massive Holzdecke, meist aus Fichte, besteht aus durchgehendem Massivholz und schwingt frei. Sie klingt offener, dynamischer und reift ueber die Jahre nach. Eine laminierte Decke aus mehreren verleimten Schichten ist robuster und guenstiger, klingt aber etwas verhaltener.
Fuer den allerersten Einstieg ist eine gut gebaute laminierte oder teilmassive Mandoline voellig ausreichend und preislich attraktiv. Wer laengerfristig dabei bleiben moechte oder bereits ein Instrument spielt, faehrt mit einer massiven Decke besser. In jedem Fall gilt: saubere Verarbeitung, gerades Griffbrett und eine angenehme Saitenlage sind wichtiger als ein einzelnes Ausstattungsdetail.
05Saiten, Pflege und der erste Satz
Mandolinensaiten verschleissen schneller als bei vielen anderen Instrumenten, weil acht Stahlsaiten auf engem Raum stark gespannt sind. Ein frischer Satz bringt einen muede gewordenen Klang sofort zurueck. Achten Sie beim Nachkauf auf einen kompletten Achtersatz in passender Staerke, etwa mit Ballend-Befestigung fuer einfaches Aufziehen.
Nach dem Spielen die Saiten kurz abwischen verlaengert ihre Lebensdauer spuerbar. Beim Saitenwechsel tauscht man am besten Paar fuer Paar, damit der Steg seine Position behaelt. Reservesaiten und ein Stimmgeraet gehoeren von Anfang an dazu, damit das Instrument jederzeit spielbereit ist. Lieferung in die ganze Schweiz.

Die Wahl der richtigen Mandoline folgt einer einfachen Logik: Acht Saiten in vier Doppelchoeren, Stimmung GDAE wie bei der Geige, und dann die Entscheidung zwischen schlichter A-Style und markanter F-Style. Fuer Folk und den Einstieg ist die A-Style oft die ruhigere Wahl, fuer Bluegrass und Optik die F-Style. Massive Decke und saubere Verarbeitung zaehlen mehr als jedes Detail.
Häufige Fragen
Wie viele Saiten hat eine Mandoline?
Wie wird eine Mandoline gestimmt?
Was ist der Unterschied zwischen A-Style und F-Style?
Welche Mandoline eignet sich fuer Anfaenger?
Wie oft sollte man Mandolinensaiten wechseln?
Die passende Mandoline finden
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