Ein Kapodaster setzt die Tonart einer Gitarre höher, ohne dass die linke Hand umgreifen muss – Sie klemmen ihn auf einen Bund und spielen Ihre gewohnten Griffe in einer neuen Lage. So weit die Theorie. In der Praxis entscheidet die Wahl des richtigen Kapodaster darüber, ob die Gitarre danach sauber gestimmt klingt oder ob einzelne Saiten schnarren und verstimmen.
Der häufigste Fehler ist, einen beliebigen Kapodaster auf jede Gitarre zu setzen. Western-, Konzert- und 12-saitige Gitarren haben unterschiedlich geformte Griffbretter – und genau danach richtet sich, welcher Typ passt. Dieser Ratgeber ordnet die wichtigsten Bauformen den Gitarrentypen zu. Alle gezeigten Modelle liefern wir in die ganze Schweiz, die Preise im Shop verstehen sich in CHF.
01Was ein Kapodaster macht – und worauf es dabei ankommt
Der Kapodaster verkürzt die schwingende Saitenlänge, indem er alle Saiten an einem Bund herunterdrückt. Das hebt die Tonhöhe um einen oder mehrere Halbtöne an, ohne dass Sie andere Griffe lernen müssen: Ein offenes G wird mit Kapodaster im zweiten Bund zu einem A, die Greifhand bleibt dabei in der vertrauten Form. Sänger nutzen das, um eine Tonart an ihre Stimmlage anzupassen, ohne die Begleitung neu zu denken.
Damit das sauber funktioniert, muss der Kapodaster jede Saite mit gleichmäßigem Druck herunterhalten – zu wenig Druck lässt Saiten schnarren, zu viel zieht sie aus der Stimmung. Genau hier unterscheiden sich die Bauformen, und genau hier kommt die Form des Griffbretts ins Spiel.
02Die drei Bauformen: Klemm-, Schraub- und Hebelkapo
Klemmkapodaster (Feder- oder Quick-Change-Kapo) sind der verbreitete Standard. Eine Feder hält die Spannung, mit einer Hand aufgesetzt und in Sekunden umgesetzt – ideal, wenn die Tonart zwischen den Songs wechselt. Der Druck ist fest vorgegeben und lässt sich nicht feinjustieren, was bei den meisten Gitarren völlig genügt.
Schraubkapodaster wie die Modelle von Shubb arbeiten mit einer Stellschraube und einem Hebelmechanismus. Der Druck wird einmal auf die Gitarre eingestellt und bleibt dann konstant – das sorgt für gleichmäßigen Andruck über alle Saiten und damit für weniger Verstimmung. Etwas langsamer im Wechsel, dafür präziser, gerade bei empfindlicheren Instrumenten.
Hebelkapodaster spannen über einen seitlichen Hebel und sitzen sehr fest. Sie sind robust und schnell, üben aber tendenziell den stärksten Druck aus – auf zarteren Konzertgitarren kann das zu viel sein.


03Griffbrett-Radius: gewölbt oder flach – das entscheidende Detail
Der wichtigste und am häufigsten übersehene Punkt ist die Wölbung des Griffbretts, der sogenannte Radius. Stahlsaiten-Westerngitarren haben in der Regel ein leicht gewölbtes Griffbrett – der passende Kapodaster hat eine gebogene Auflage, die der Wölbung folgt und so jede Saite gleichmäßig erreicht. Setzen Sie einen geraden Kapodaster auf ein gewölbtes Griffbrett, drückt er an den Rändern zu stark und in der Mitte zu schwach.
Konzert- und klassische Gitarren mit Nylonsaiten haben ein flaches, breiteres Griffbrett. Sie brauchen einen Kapodaster mit gerader, breiter Auflage. Genau deshalb gibt es von vielen Herstellern getrennte Stahl- und Nylon-Varianten – sie unterscheiden sich nicht im Mechanismus, sondern in Auflage-Form und Breite.
| Gitarrentyp | Griffbrett | Passende Auflage | Beispiel-Modell |
|---|---|---|---|
| Westerngitarre (Stahl) | leicht gewölbt | gebogen, schmaler | Shubb C1 / Kyser Stahl |
| Konzertgitarre (Nylon) | flach, breit | gerade, breiter | Shubb C2 / D´Addario |
| 12-saitige Gitarre | gewölbt, breiter Hals | extrabreit, höherer Druck | Shubb C3 |
04Western und Stahlsaiten: der gebogene Schraub- oder Klemmkapo
Für die klassische Stahlsaiten-Akustik ist ein Modell mit gebogener Auflage die sichere Wahl. Der Schraubkapodaster SHUBB C1 Kapodaster für Stahl-Saiten Gitarren stellt den Druck über die Schraube exakt auf Ihre Gitarre ein und hält die Stimmung dadurch besonders stabil – sinnvoll, wenn Sie viel mit Kapodaster spielen und Verstimmung vermeiden wollen.
Wer dagegen zwischen Songs schnell wechseln möchte, ist mit einem Klemmkapo wie dem Kyser Kapodaster Quick-Change für Stahlsaiten gut bedient: einhändig aufgesetzt, in Sekunden umgesetzt. Beide sind auf das gewölbte Stahlsaiten-Griffbrett ausgelegt.


05Konzert und Nylon: flache, breite Auflage
Klassische Gitarren brauchen die gerade, breitere Variante. Der SHUBB C2 Kapodaster für Nylon-Saiten Gitarren ist die Nylon-Ausführung des Schraubmechanismus – flache Auflage für das ebene Griffbrett, gleichmäßiger Druck über die volle Halsbreite. Wer einen Kapodaster sucht, der sowohl auf Konzert- als auch auf Westerngitarre passt, findet im D´Addario Pro Plus Capo für Konzertgitarren und Westerngitarren eine flexible Klemm-Lösung für beide Bauarten.


0612-saitig: extrabreit und mit mehr Druck
Die 12-saitige Gitarre ist der Sonderfall. Sechs Saitenpaare auf einem breiteren Hals bedeuten mehr Saitenzug und eine größere Fläche, die der Kapodaster gleichmäßig herunterhalten muss. Ein normaler Sechs-Saiter-Kapo reicht hier oft nicht – einzelne Saiten der Paare schnarren dann. Der SHUBB C3 Kapodaster für 12-Saiter Gitarre ist mit breiterer Auflage und höherem Andruck genau für diese Anforderung gebaut.

Die Wahl ist am Ende einfacher, als sie zunächst wirkt: Klemmkapo für den schnellen Wechsel, Schraubkapo für stabilste Stimmung – und die Auflage muss zum Griffbrett passen. Gewölbt bei Stahlsaiten, flach bei Nylon, extrabreit bei der 12-saitigen Gitarre.
Häufige Fragen
Verstimmt ein Kapodaster die Gitarre?
Brauche ich für Nylon- und Stahlsaiten unterschiedliche Kapodaster?
Wo am Bund setze ich den Kapodaster an?
Funktioniert ein Gitarren-Kapodaster auch auf der Ukulele?
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